Günstige Implantate im Ausland: Lohnt sich das?

Warum günstige Zahnimplantate oft zur Kostenfalle werden und wie Sie sich schützen können

Auf den ersten Blick mag es verlockend sein, ein preisgünstiges Angebot für Zahnimplantate im Ausland anzunehmen: Der Patient reist vielleicht sogar gerne und möchte die Zahnbehandlung mit einem Auslandsaufenthalt kombinieren und dabei Zahnersatzkosten sparen. Da vor allem die gesetzlichen Krankenkassen bei Implantaten sehr beschränkte Leistungen haben, hört es sich gut an, das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden. Zumal die Kassen den Festzuschuss auch für Behandlungen im EU-Ausland bezahlen.

Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass dieser sogenannte Zahntourismus ins süd- oder osteuropäische Ausland meist überhaupt nicht den Erwartungen entspricht und häufig Risiken birgt, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind. Bei einer kostengünstigen Lösung für Implantate und Zahnersatz im Ausland werden oftmals kostenintensive Nachbehandlungen in Deutschland fällig, die die Gesamtkosten einer effizienten Therapie in Deutschland übersteigen.


Hochwertiger, metallfreier Zahnersatz im Oberkiefer auf 8 Implantaten aus dem deutschen Meisterlabor
Hochwertiger, metallfreier Zahnersatz im Oberkiefer auf 8 Implantaten aus dem deutschen Meisterlabor
Bildquelle: ©GZFA


Warum ist von günstigen Zahnimplantaten im Ausland abzuraten?

Die Kostenersparnis einer implantologischen Behandlung im Ausland ist für viele Patienten interessant. Bei genauer Betrachtung jedoch kann dies zu einer Kostenfalle werden, die zudem weitere Risiken birgt. Rein monetäre Aspekte sollten deshalb bei dem wichtigen Thema Gesundheit genau beleuchtet und hinterfragt werden.

Auch wenn sich die hygienischen Bedingungen und die Ausstattung der Praxen im Ausland gebessert haben, so herrschen dort oft andere Richtlinien. Selbst die Sprachbarriere kann das Vertrauensverhältnis zwischen Zahnarzt und Patient beeinflussen oder massiv stören.

In der modernen Implantologie gibt es heutzutage viele Möglichkeiten, den Patienten mit ganz individuellem Zahnersatz zu versorgen. Wichtige Qualitätskriterien für die hochwertige und nachhaltige Versorgung mit Implantaten sind immer eine präzise Diagnostik, die chirurgische Erfahrung und das Know-How, das vertrauensvolle Gespräch zwischen Patienten und Zahnarzt sowie die perfekte Zusammenarbeit mit dem Zahntechniker. Diese Kriterien werden am besten von Zahnärzten und Implantologen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gewährleistet.

Deshalb ist es bei der Entscheidung, ob günstige Implantate im Ausland eine gute Lösung sind, wichtig, sich vorab über die Risiken im Klaren zu sein.


Nachteile des Zahntourismus

  • Oftmals schlechtere technische Ausstattung der Praxen
  • Moderne computergestützte 3D-Implantatplanung meist nicht durchführbar
  • Gefühl des „Fremd sein“ in der Praxis und in der Umgebung
  • Kein Aufbau eines Vertrauensverhältnisses in der kurzen Zeit möglich
  • Kommunikationsprobleme mit dem Zahnarzt im Ausland
  • Vorgespräche nach Diagnose sind oft nicht möglich
  • Längere Vorbehandlungen (z. B. Behandlung von Parodontose) sind nicht möglich oder erschwert
  • Fehlende Kontrolle und Überwachung bei der Nachsorge (durch lange Distanz nicht möglich)
  • Zusätzliche Reisekosten (Fahrtkosten/Hotel)
  • Berufstätige benötigen Urlaubstage, manchmal sogar den gesamten Jahresurlaub. Ein Zeitpuffer für Behandlungen, die länger als geplant dauern, sollte einkalkuliert werden
  • Oft kein qualifiziertes Personal im Dentallabor– nicht meistergeführt. Aber: Die Qualität des Zahnersatzes auf den Implantaten ist entscheidend für die Qualität der gesamten Implantatbehandlung
  • Häufige Verwendung von Billigmaterialien beim Zahnersatz, kein vergleichbarer Qualitätsstandard wie in Deutschland, Österreich und der Schweiz
  • Zahnärztliche Funktionsdiagnostik: meist kein Know-how in Anwendung und Durchführung
  • Keine allgemein geregelten Garantieansprüche bzw. Gewährleistung wie in Deutschland (wird in der ausländischen Praxis oft individuell geregelt)
  • Probleme, wenn Schmerzen oder Entzündungen am Implantat auftreten
  • Risiko hoher Nachbehandlungskosten in Deutschland, die der Patient selbst übernehmen muss

Bevor die Entscheidung gefällt wird, sich im „Billigausland“ Implantate setzen zu lassen, sollte sich jeder über die damit verbundenen Risiken im Klaren sein. Das trifft besonders auf die Situation zu, wenn der Patient in Deutschland zurück ist und ein Notfall eintritt.

Der Patient kann normalerweise nicht so schnell ins Ausland reisen, um sich dort behandeln zu lassen. Er geht in eine erreichbare Praxis und wird auch hier vor Probleme gestellt: Natürlich wird im Notfall geholfen, aber der Zahnarzt wird sich selbst schützen und alles vermeiden, um selbst regresspflichtig zu werden. Darüber hinaus kann der Patient seine (individuell geregelten) Ansprüche an den ausländischen Behandler verlieren. Ein eingetretener Notfall ist immer mit großen Unannehmlichkeiten und Nachteilen verbunden, aber so ein Fall macht auch die deutschen Zahnärzte unflexibel, denn die gesetzlichen Regelungen sind sehr strikt.

Vermeintlich günstige Zahnimplantate im Ausland werden damit oft zur Kostenfalle! Die langwierige und aufwändige Nachbehandlung in Deutschland kostet oft wesentlich mehr, als wenn Sie direkt in Deutschland zu einem Spezialisten gehen!


Hochwertiger, metallfreier Zahnersatz im Unterkiefer auf 6 Implantaten aus dem deutschen Meisterlabor
Hochwertiger, metallfreier Zahnersatz im Unterkiefer auf 6 Implantaten aus dem deutschen Meisterlabor
Bildquelle: ©GZFA


Kostenorientierung für Implantate und Zahnersatz

Ein dauerhaft gesundes und ästhetisch schönes Gebiss hat leider nicht jeder. Glücklicherweise haben die moderne Zahnmedizin und die Implantologie in den letzten Jahren so große Fortschritte gemacht, dass schöner und fester Zahnersatz für jedes Lebensalter möglich ist. Es gibt viele Möglichkeiten, optimale Funktion und Ästhetik durch das Einsetzen von Implantaten dauerhaft wiederherzustellen und damit die Lebensqualität für den Patienten zu erhöhen.

Die Bandbreite reicht von der Versorgung einer einzelnen Zahnlücke bis zur Sanierung eines komplett zahnlosen Kiefers in kürzester Zeit, manchmal sogar an einem einzigen Tag.

Doch dieser Fortschritt bei modernen Verfahren, wie DVT-Röntgendiagnostik, computergestützte 3D-Implantatplanung sowie die Entwicklung innovativer Materialien, bringen auch einen Anstieg der Kosten für diese aufwändigen Versorgungen mit sich.

Diese Mehrkosten werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, sondern jeweils mit Festbeträgen bezuschusst.

Die Kosten für Zahnimplantate ergeben sich aus mehreren Komponenten:

  • Kosten für die Behandlung durch den Zahnarzt oder Implantologen in der Zahnarztpraxis inkl. Nachbetreuung
  • Materialkosten für den Zahnersatz
  • Laborkosten für die Herstellung von Zahnersatz

Hightech in der Arztpraxis und im Zahnlabor, modernste Diagnostik, qualifiziertes Personal und Materialien von höchster Qualität und renommierten Implantatherstellern haben ihren Preis. Deshalb ist hochwertiger, im Meisterlabor angefertigter Zahnersatz auf Implantaten, entsprechend langlebiger und weitaus verträglicher für den Patienten.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen nur einen geringen Teil der Kosten für Zahnimplantate. Damit für den Patienten Kostentransparenz herrscht, berät der behandelnde Implantologe über die verschiedenen Möglichkeiten des Zahnersatzes und erläutert die Kosten, die je nach Materialauswahl und Versorgungslösung stark variieren können. Der Patient entscheidet, welche Art des Zahnersatzes verwendet wird und erhält vorab einen genauen Heil- und Kostenplan für die Behandlung und einen Kostenvoranschlag des Dentallabors über Material und Fertigung des Zahnersatzes.

Zahnimplantate sind eine langfristige Entscheidung, die mit hohen Kosten verbunden ist. Deshalb ist das vertrauensvolle Gespräch mit dem Zahnarzt ganz wichtig. Sprechen Sie ihn an, damit Sie genau wissen, welche Kosten auf Sie zukommen und wie die Behandlung ablaufen wird, denn es geht um Ihre Gesundheit und um Ihre Lebensqualität!

Bedenken Sie auch, dass Implantate und Zahnersatz von sehr guter Qualität ein ganzes Leben halten können, so dass sich die einmalig entstandenen Kosten über diesen langen Zeitraum verteilen. Bei qualitativ schlechter Versorgung dagegen muss mit erneuten Kosten gerechnet werden, wenn Nachbehandlungen, Reparaturen oder gar wiederholte chirurgische Implantationen, etwa bei einer Entzündung am Implantat mit Implantatverlust, notwendig werden.

Zur Orientierung: Die selbst zu tragenden Kosten für Zahnersatz können vier- bis fünfstellige Beträge erreichen, je nach Anzahl der Implantate, Aufwand und verwendeten Materialien. Um sich auch als Kassenpatient eine hochwertige Versorgung mit Zahnersatz leisten zu können, bietet eine gute Zahnzusatzversicherung vielfältige Angebote. Jeder Patient kann sich ein für seine Bedürfnisse maßgeschneidertes Konzept zusammenstellen: Sei es für die Erstattung von Implantaten, metallfreiem Zahnersatz oder für eine zahnärztliche Funktionstherapie, die oftmals vor einer Implantatversorgung notwendig wird.

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